Wichtige Gründe für eine Pflegeplanung:
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Der
Gesetzgeber fordert eine individuelle Pflegeplanung für jeden Bewohner
und hat den zeitlichen Aufwand bereits in den Personalschlüssel mit eingerechnet.
In
den gemeinsamen Grundsätzen und Maßstäben zur Qualität und
Qualitätssicherung gem. § 80 SGB XI heißt es unter Punkt 3.2.2.3 zur
vollstationären Pflegeeinrichtung:
„Für
jeden Bewohner ist eine individuelle Pflegeplanung unter Einbezug der
Informationen des Bewohners, der Angehörigen oder anderer an der Pflege
Beteiligten durchzuführen. Die Empfehlungen des Medizinischen Dienstes
der Krankenversicherung (MDK) nach § 18 Abs. 5 SGB XI werden
berücksichtigt. Die Möglichkeiten der aktivierenden Pflege und die beim
Bewohner vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten zur Einbeziehung in den
Pflegeprozess sind herauszuarbeiten und die Pflegeziele festzulegen.“
Dies bedeutet also, dass jede Pflegekraft verpflichtet ist Pflegeplanungen zu schreiben.
Weiterhin
legt der MDK einen großen Wert darauf, dass Pflegeprobleme möglichst
nach Priorität geordnet sein sollen, also das wichtigste Pflegeproblem
an erster Stelle und dann das nächstwichtige Problem usw. Hier kann es
dazu kommen, dass unterschiedliche Pflegekräfte ein Pflegeproblem eines
Klienten unterschiedlich bewerten. Um dieses Problem der
unterschiedlichen Meinungen zu lösen muss man im Team ein Konsens
finden und sich auf die Gewichtung der pflegerischen Probleme einigen.
Die Sortierung der Pflegeprobleme hat auch noch weitere Vorteile.
Nämlich zum einen den Zeitfaktor. Eine Pflegekraft die innerhalb
kurzer Zeit möglichst genau einen Klienten versorgen muss, kann auch
recht schnell erkennen, worin die größten oder wichtigsten Defizite
eines Klienten liegen und sie erkennt auch in welchen Bereichen der
Klient besondere Stärken bzw. Ressourcen hat. Die Pflegekraft muss sich
die individuelle Situation des Klienten sehr genau anschauen um die
Probleme richtig einzuordnen. Beispielsweise liegen die größeren
Probleme eines immobilen Klienten eher in der Ernährung und der
erforderlichen Prophylaxen. Bei einem Klienten der gerade erst in eine
Pflegeeinrichtung gezogen ist liegen die größeren Probleme
wahrscheinlich eher in der sozialen und psychischen Situation.
Auch
potenzielle Pflegeprobleme möchte der MDK gern in jeder Pflegeplanung
sehen. Hier kann jede Pflegekraft ihr fachliches Können unter Beweis
stellen und außerdem kann das Pflegepersonal den potenziellen Problemen
prophylaktisch entgegenwirken. Zu den potenziellen Pflegeproblemen
zählt zum Beispiel die Sturzgefahr, die Dekubitusgefahr oder auch die
Isolationsgefahr. Später werde ich noch genauer auf die
Problemerfassung eingehen.
Eine
differenzierte Maßnahmenplanung ist für den MDK genauso wichtig wie die
Regelung der Zuständigkeit der Durchführung der geplanten Maßnahmen.
Mit differenzierter Maßnahmenplanung meine ich die 5 W Fragen:
Wer? Was? Wann? Wie oft? Warum?
Warum?
Ja weil der MDK jede Maßnahme begründet sehen möchte. Jede geplante
Maßnahme muss begründet um zu sehen, welchen Zweck sie erfüllen soll
und warum es so und nicht anders gemacht wird. In Ausnahmefällen ist
die Beantwortung der Warum – Frage nicht notwendig beispielsweise bei
dem Verweis auf eine Richtlinie oder auf einen Standard. Ich brauche
also nicht nochmal aufschreiben warum die Dekubitusprophylaxe nach
Standard durchgeführt wird. Die Antwort dürfte jedem klar sein. Aber
sollte hier bei der Dekubitusprophylaxe vom Standard abgewichen werden
muss dies begründet sein.
Mit
der Regelung der Zuständigkeit ist eigentlich nichts weiter gemeint als
die Benennung der zuständigen Pflegekräfte. In einer Pflegeplanung hat
das Wort Pflegepersonal nicht zu suchen, da es viel zu weitreichend
ist. Unter Pflegepersonal kann man auch die Betreuungskräfte verstehen.
Sie müssen also genau aufschlüsseln wer welche Maßnahmen durchführen
soll. An diesem Punkt verweise ich auch wieder auf das spätere Kapitel
in dem die Maßnahmen nochmals ganz genau beschrieben werden.
Was
möchte der MDK noch in einer Pflegeplanung sehen? Ach ja die Ziele. Es
sollten in jeder Pflegeplanung Nah- und Fernziele vorhanden sein. Also
zum einen Ziele die schnell erreicht werden können und zum anderen
Ziele die eher noch in der Zukunft liegen und auf die hingearbeitet
werden soll. Inzwischen gibt es viele Diskussionen zum Thema Fernziele
in der Altenpflege. In 95% aller Fälle kann man als Fernziel nur noch
ein Erhaltungsziel festlegen. Da sich meist der Zustand der
pflegebedürftigen alten Menschen wohl eher nicht verbessert sondern im
Idealfall erhalten bleibt. Auch ich bin der Meinung, dass Fernziele in
der Altenpflege eher wenig Sinn machen, aber ich werde ja nicht vom MDK
gefragt. Also werden wir weiter Fernziele formulieren. Und wie wir das
machen erfahren Sie auch im entsprechenden Kapitel.
Wichtig
ist auch an dieser Stelle zu sagen, dass es die Mitarbeiter des MDK
extrem gut finden wenn zu jedem Problem auch ein Ziel und eine Maßnahme
zugeordnet ist und das auch noch an gleicher Stelle. Meint also: das
Ziel an erster Stelle und die Maßnahme(n) an erster Stelle müssen zum
ersten Problem passen. Der MDK verbringt sehr viel Zeit – ja schon zu
viel Zeit damit sich die passenden Ziele und Maßnahmen aus der
Pflegeplanung herauszusuchen. Machen Sie es den netten Mitarbeitern vom
MDK leichter und beachten Sie diese Punkte. Damit wird die nächste
Prüfung garantiert ein Erfolg. Glauben Sie mir, dies sind nicht
einfache Tipps die man überall bekommt.
Somit ist der erste Punkt abgearbeitet.
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Auf das Nachlaufen nach Informationen kann verzichtet werden
Der
Punkt sagt eigentlich schon alles aus. Man braucht nicht mehr den
Informationen die irgendwo auf Blättern herumliegen nachlaufen, sondern
hat alle wichtigen Aspekte der Pflege eines pflegebedürftigen Klienten
in einem Werk zusammengefasst. Ist die Pflegeplanung umfangreich und
gut geschrieben, wird jeder alle erforderlichen Informationen darin
finden. Dies ist also das Ziel der Pflegeplanung.
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Informationen über Klienten gehen nicht mehr verloren
Wenn
jede Pflegekraft die Informationen über einen Klienten sammelt, diese
auch gleich in die Pflegeplanung einbringt bzw. diese an die
entsprechende Kollegin weitergibt sind stets alle Informationen in der
Pflegeplanung enthalten und gehen nicht erst verloren. Die Pflege wird
somit noch hochwertiger und die Klienten fühlen sich wirklich ernst
genommen.
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Wichtige Ressourcen der Klienten sind stets allen bekannt und werden berücksichtigt
Auch
dieser Punkt ist sehr wichtig, da gerade die Ressourcen für den
pflegebedürftigen Menschen alles sind was er noch zur Verfügung hat.
Und je mehr Probleme dem entgegenstehen umso hochwertiger sind die
Ressourcen für den Klienten. Jeder Mitarbeiter sollte die Ressourcen
des Klienten wirklich sehr gut kennen den sie versorgt. Für diesen
Punkt ist ein Bezugspflegesystem unerlässlich. In einem
Bezugspflegesystem ist eine Pflegekraft für eine bestimmte Anzahl an
Klienten die Bezugsperson. Im Idealfall sollte die Bezugspflegekraft
auch die Klienten als Bezugspflegepersonen haben mit denen sie gut
auskommt oder zu denen sie einen besonderen Draht hat. In bestimmten
Einrichtungen, wie z.B. in Krankenhäusern ist es recht kompliziert ein
Bezugspflegesystem zu integrieren aber nicht unmöglich. Meist wird hier
das Funktionspflegemodell angewandt. Das Funktionspflegemodell ist im
Großen und Ganzen ein massenkompatibles Modell. Jede Pflegekraft wird
entsprechend ihrer Qualifikationen für alle Klienten einer Station
eingesetzt und führt somit bestimmte Funktionen aus. Beispielsweise
misst eine Schwester den Blutdruck von allen Klienten und die Nächste
nimmt Blut ab.
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Mitarbeiter
handeln nicht mehr zufällig und intuitiv bei der Pflege eines Klienten.
So wird eine gleich bleibende Behandlungsqualität gesichert
Sind
allen Pflegekräften die Ziele und Maßnahmen der Pflege des
pflegebedürftigen Menschen bekannt, kann es nicht passieren, dass die
Pflege zufällig statt findet. Jede Pflegekraft kann die entsprechenden
Ressourcen des Klienten mit einbeziehen und auf seine Probleme
individuell aber geplant eingehen. Zufälle sollte es in der Pflege nur
wenige geben und dann aber positive.
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Der individuelle Fortschritt eines Klienten kann anhand der Pflegeplanung beobachtet und erkannt werden
Wird die Pflegeplanung regelmäßig evaluiert und bei pflegerischen Veränderungen der Situation
angepasst so lässt sich die Veränderung des Klienten Schritt für
Schritt nachvollziehen. Ein erreichtes Ziel kann als Ressource
eingeplant werden und es ergeben sich daraus wieder neue Ziele und
Maßnahmen. Denn ist ein Ziel erreicht passt auch das dazugehörige
Problem und die Maßnahme(n) nicht mehr. Die Pflegeplanung muss also
individuell angepasst werden.
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Die Klienten werden nach aktuellem pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen versorgt und gepflegt
Wenn
ich eine Pflegeplanung schreibe und mir ein Problem auffällt das ich
bisher noch nicht kannte muss ich mich damit auseinandersetzen. Z.B.
hatte ich zuletzt das Problem bei einem Klienten mit der
Chorea-Huntington Krankheit. Hierfür habe ich stundenlang Bücher
gewälzt, im Internet um Rat gesucht und verschiedene andere
Informationsquellen genutzt, bis ich alle entsprechenden Informationen
zusammen gesammelt hatte. Ich bin so an aktuelle Informationen
gekommen, die anderen Pflegekräften noch neu waren. Ich habe von einer
Physiotherapeutin Tipps für verschiedene Lagerungsmöglichkeiten für
Chorea-Huntington Erkrankte bekommen und habe diese in die
Pflegeplanung mit eingebracht. Die Klientin ist mit Hilfe dieser
Lagerung wesentlich ruhiger und ausgeglichener. Dies ist wohl ein gutes
Beispiel für diesen siebenten Punkt.
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Bei
Mitarbeiterausfall, nach einem Urlaub oder bei einer Umorganisation der
Stationen kann die Pflegekraft alle Informationen bekommen und an die
Pflege anknüpfen
Wie
ich im ersten Teil bereits beschrieben habe, findet eine Pflegekraft
die neu auf der Station ist alle wichtigen Informationen auf einen
Blick. Auch für die Pflegevisite ist die Pflegeplanung ein wichtiges
Instrument. Die Pflegeplanung sollte immer so geschrieben sein, dass
jeder den Klienten pflegen kann auch wenn er ihn bis dahin nicht
kannte. Dies sollte man sich bei der Formulierung der einzelnen Punkte
immer wieder klar machen. Das wichtigste Dokument für den MDK für eine
Pflegestufeneinschätzung ist nicht, wie oft geglaubt der
Zeiterhebungsbogen sondern die Pflegeplanung. Schreiben Sie also
sorgfältig Ihre Pflegeplanung auch wenn die Zeit manchmal etwas knapp
bemessen ist. Lieber etwas zu viel schreiben als zu wenig.
An
dieser Stelle kann ich Ihnen auch einmal mein Pflegeplanungsprogramm
ans Herz legen. Mit dieser Software können Sie innerhalb kürzester Zeit
eine individuelle Pflegeplanung erstellen. Das Pflegeplanungsprogramm
„Pflegeplanung Schnell & Einfach“ können Sie auf der Internetseite www.pflegeplanung24.de erwerben. Dort können Sie auch eine Demoversion herunterladen.